{"id":196,"date":"2018-02-14T17:29:14","date_gmt":"2018-02-14T17:29:14","guid":{"rendered":"http:\/\/wassermuehle-ovelgoenne.de\/?page_id=196"},"modified":"2024-10-29T10:06:16","modified_gmt":"2024-10-29T10:06:16","slug":"vereinsjubilaeum","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/wassermuehle-ovelgoenne.de\/?page_id=196","title":{"rendered":"Vereinsjubil\u00e4um"},"content":{"rendered":"<h2>25 Jahre Verein Ovelg\u00f6nner Wasserm\u00fchle e. V.<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der langen Geschichte der M\u00fchlen geh\u00f6rt die Wasserm\u00fchle zu Ovelg\u00f6nne zwar der j\u00fcngeren Generation an, aber nicht ohne einen gewissen Stolz &#8211; d\u00fcrfen wir feststellen, dass das Geb\u00e4ude und das M\u00fchlenwerk landesweit zu den besterhaltenen bzw. -restaurierten z\u00e4hlen und dass v. a. das Mahlwerk noch uneingeschr\u00e4nkt seine urspr\u00fcngliche Funktion ausb\u00fcben kann. Wie im Zeitalter ihrer Errichtung pr\u00e4sentiert unsere \u00b4molina\u00b4seit gut einem Vierteljahrundert wieder ihre schlichte Sch\u00f6nheit rustikaler Architektur in einem reizvollen Ambiente niederdeutscher Pr\u00e4gung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_197\" aria-describedby=\"caption-attachment-197\" style=\"width: 358px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-197 size-full\" src=\"http:\/\/wassermuehle-ovelgoenne.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/25j_muehle1.jpg\" alt=\"\" width=\"358\" height=\"253\"><figcaption id=\"caption-attachment-197\" class=\"wp-caption-text\">Die Wasserm\u00fchle zu Ovelg\u00f6nne<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_198\" aria-describedby=\"caption-attachment-198\" style=\"width: 335px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-198 size-full\" src=\"http:\/\/wassermuehle-ovelgoenne.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/25j_teich.jpg\" alt=\"\" width=\"335\" height=\"251\"><figcaption id=\"caption-attachment-198\" class=\"wp-caption-text\">Blick \u00fcber den Ovelg\u00f6nner M\u00fchlenteich<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war der ehrgeizige, gesch\u00e4ftst\u00fcchtige M\u00fcller Detlef Schwar, seit 1665 erfolgreicher P\u00e4chter der bedeutsamen Amtsm\u00fchle zu Moisburg, der sich diesen Standort an dem bereits vorhandenen Fischteich ausgesucht hatte und 1674 die kleine Wasserm\u00fchle mit oberschl\u00e4chtigem Antrieb in Eigenregie und auf eigene Kosten bauen lie\u00df, um sie als Moisburger Zweiggesch\u00e4ft f\u00fcr seinen Landesherrn und nicht zuletzt f\u00fcr seine Zwecke zu nutzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Diese seine Initiative&#8220;, so habe ich in einem anderen Kontext ausgef\u00fchrt, &#8222;hatte die volle Unterst\u00fctzung seines Landesherrn in Celle, lag sie doch ganz auf der Linie der welfischen Territorial- und Machtpolitik. Es konnte und sollte, so hat A. C. F\u00f6rste \u00fcberzeugend nachgewiesen, \u00b4nach den ersten Bauernstellen und dem Amtsvorwerk die M\u00fchle der dritte und letzte Bestandteil des alten Ovelg\u00f6nne werden\u00b4, der Ort als Vorposten der Grenz- und Nutzungsstreitigkeiten mit dem bremischen Buxtehude weiter aufgebaut und gest\u00e4rkt werden (vgl. W. Benecke, M\u00fchlenjournal, ed. 4, 1999, p.19).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Schwar sich seit 1680 zunehmend auf gesch\u00e4ftliche Aktivit\u00e4ten in der (damals welfischen) Stadt Harburg (heute HH) konzentrierte, ging die Ovelg\u00f6nner Wasserm\u00fchle in das Eigentum der Vogtei Moisburg \u00fcber und wurde von Amts wegen bis 1872 sukzessive an insgesamt sechs M\u00fcllerfamilien verpachtet. Dann wurde sie von dem Eigent\u00fcmer des in der N\u00e4he liegenden Bauernhofes erworben und diente bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts den Zwecken des landwirtschaftlichen Betriebes, d. h. zum Schroten sowie dem Antrieb der Dresch- und S\u00e4gemaschinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Zuge der industriellen Revolution, das ist allgemein bekannt, verloren die herk\u00f6mmlichen Wind- und Wasserm\u00fchlen zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung und wurden im 20. Jahrhundert, was ihre urspr\u00fcngliche Zweckbestimmung betrifft, zur Bedeutungslosigkeit degradiert. So wurde auch der noch vor dem I. Weltkrieg umger\u00fcstete Arbeits- und Wohntrakt der Ovelg\u00f6nner M\u00fchle vermehrt von Quartiersuchenden, vor allem Hamburger Wochenendurlaubern, angemietet, und im bzw. nach dem II. Weltkrieg dienten die R\u00e4umlichkeiten ausschlie\u00dflich Wohnzwecken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den 1970er Jahren war die M\u00fchle so heruntergekommen und verfallen, dass an ihr nur noch mit dem Motiv der Verg\u00e4nglichkeit arbeitende Kunstmaler oder eben Abbruchfirmen Gefallen an ihr finden konnten. In dem von Annemarie und Rudolf Braunburg zusammengestellten und kommentierten Bildband (Schneekluth Verlag, M\u00fcnchen, 1981) wird ein Foto von der M\u00fchle in dem damaligen Zustand gezeigt und fast mitleidvoll festgestellt: &#8222;Diese reetgedeckte M\u00fchle &#8230; ist so zerfallen und liegt so versteckt im Wiesengrund, dass hier niemand mehr ein Wasserrad vermutet.&#8220; (p. 165)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Presse wies immer wieder auf das heruntergekommene \u00b4Schandmal\u00b4&#8220;unter Denkmalschutz&#8220; hin. So betitelte die \u00b4Harburger Rundschau\u00b4 einen Lokalbericht \u00fcber die historische St\u00e4tte aussagekr\u00e4ftig mit dem Urteil: &#8222;In Ovelg\u00f6nne rostet die M\u00fchle am trockenen Bach&#8220; (ed- 01.04.1977).<\/p>\n<figure id=\"attachment_203\" aria-describedby=\"caption-attachment-203\" style=\"width: 700px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-203 size-full\" src=\"http:\/\/wassermuehle-ovelgoenne.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/restaur2.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"500\"><figcaption id=\"caption-attachment-203\" class=\"wp-caption-text\">Die M\u00fchle im Verfall<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die M\u00fchle stand zur Disposition, und die Stimmen vor Ort, die die Beseitigung des \u00b4Schandflecks\u00b4forderten, wurden heftiger. Presseberichte wie der in der Rundschau aber sensibilisierte auch das Bewusstsein vieler Sachkundiger in der Region und bewirkten schlie\u00dflich ein allgemeines Umdenken in Gesellschaft und Politik, was den Umgang mit historisch wertvoller Substanz betraf.<br \/>\nDie kulturellen Bed\u00fcrfnisse, die im Zeichen der Wirtschaftswundermentalit\u00e4t verk\u00fcmmert schienen oder nur von einer Minorit\u00e4t in Anspruch genommen wurden, sollten neu artikuliert und einer breiteren \u00d6ffentlichkeit zugef\u00fchrt werden. Statt eines Abbruchs begann mit dem Jahr 1984 ein v\u00f6llig neuer Abschnitt in der Geschichte der Ovelg\u00f6nner Wasserm\u00fchle, als, eingebunden in ein umfangreiches Sanierungs- und Restaurierungsprogramm der Stadt Buxtehude, unser Verein gegr\u00fcndet wurde und die \u00b4pro cura\u00b4\u00fcbernahm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den nunmehr zur\u00fcckliegenden 25 Jahren ist ein vielf\u00e4ltiges, in sich stimmiges Konzept entwickelt worden, das von qualifizierten Teams aus dem Kreise der Vereinsmitglieder getragen und ehrenamtlich ausgef\u00fcllt wird. Das Repertoire umfasst eine regelm\u00e4\u00dfige Durchf\u00fchrung von Mahl- und Backtagen, F\u00fchrungen von Schulklassen und anderer formaler Verb\u00e4nde und Arbeitskreisen. Die M\u00fchle dient als St\u00e4tte f\u00fcr kleinere gesellige Veranstaltungen, und seit kurzem fungiert sie auch als begehrter Standort f\u00fcr zivile Eheschlie\u00dfungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und immer gilt unser Vereinsmotto:<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">&#8222;Extra molinam non est vita&#8220;<\/h2>\n<p style=\"text-align: right;\">Werner Benecke (+)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-205 aligncenter\" src=\"http:\/\/wassermuehle-ovelgoenne.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/gruen012.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"622\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>25 Jahre Verein Ovelg\u00f6nner Wasserm\u00fchle e. V. 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