{"id":209,"date":"2018-02-14T18:46:27","date_gmt":"2018-02-14T18:46:27","guid":{"rendered":"http:\/\/wassermuehle-ovelgoenne.de\/?page_id=209"},"modified":"2024-10-29T10:06:53","modified_gmt":"2024-10-29T10:06:53","slug":"bericht-knuer","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/wassermuehle-ovelgoenne.de\/?page_id=209","title":{"rendered":"Bericht K.-H. Kn\u00fcr"},"content":{"rendered":"<h2>Historische Daten \u00fcber unsere Wasserm\u00fchle<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Brief aus dem Bildband der Chronik der Ovelg\u00f6nner Wasserm\u00fchle<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8230;. Sie fragen nach der Chronik der Wasserm\u00fchle in Ovelg\u00f6nne in Verbindung mit der Familie Kn\u00fcr. Nun, hier ist sie, und sie umfasst gut 50 Jahre unseres ereignisreichen Jahrhunderts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorausschicken muss ich, dass die Familie Kn\u00fcr aus D\u00fcsseldorf stammt und mein Vater, Paul Kn\u00fcr, nach seiner Heirat Anfang 1920 nach Hamburg zog und dort lebte.<br \/>\nHans Ahrens, ein Freund der D\u00fcsseldorfer Kn\u00fcrs und seines Zeichens Lehrer in Hamburg, hatte die M\u00fchle bereits in den zwanziger Jahren f\u00fcr sich &#8222;entdeckt&#8220; und wohnte dort in seinen Ferien. Auch machte er mit Schulklassen Wochenendfahrten nach Ovelg\u00f6nne.<br \/>\nF\u00fcr eine Gruppe von Wanderv\u00f6geln, die Neroter, zu ihnen geh\u00f6rte Kurt Kn\u00fcr, ein Vetter meines Vaters, war die Wasserm\u00fchle ebenfalls Wanderziel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgrund dieser Verbindungen verlebte Paul Kn\u00fcr mit seiner Familie von Hamburg aus seit Ende der zwanziger Jahre oft Ferien in Ovelg\u00f6nne. Wir wohnten im Gasthof Aldag, besuchten M\u00fcller Hoppe in der Windm\u00fchle und waren mit Freunden in der Wasserm\u00fchle zusammen. &#8211; Man fuhr &#8222;in die Heide&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Juli 1943, nach der Ausbombung in Hamburg, kam Paul Kn\u00fcr mit seiner Frau Bertha und den S\u00f6hnen Karl-Heinz und Dieter &#8211; sein \u00e4ltester Sohn Helmuth war zu dieser Zeit Soldat in Russland &#8211; nach Ovelg\u00f6nne und zog in die Wasserm\u00fchle, gegen den anf\u00e4nglichen Widerstand von Besitzer Bauer Peters, der dort Fremdarbeiter einquartieren wollte. &#8211; Die M\u00fchle war damals in einem recht bauf\u00e4lligen Zustand: man hatte weder Wasser noch Licht; die Wohnfl\u00e4che bestand aus einem gr\u00f6\u00dferen Raum und einer kleinen Kammer,&nbsp; in der vier Holzetagenpritschenbetten standen. In der sp\u00e4teren K\u00fcche waren gro\u00dfe L\u00f6cher in den W\u00e4nden, durch die die Ratten ein- und ausmarschierten. Das Dach und der Fu\u00dfboden waren schadhaft, es gab keine Wand- und Bodenisolierung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Familie Kn\u00fcr mietete die M\u00fchle von Bauer Peters und begann, besonders nach Kriegsende 1945 \u00fcber den Sommer hin, die Wohnr\u00e4ume aus- und umzubauen. Die Genehmigung hierf\u00fcr erteilte der englische Stadtkommandant in Buxtehude. &#8211; Auch wurde der ganze Platz um die M\u00fchle herum durch Paul Kn\u00fcr gestaltet und gemeinsam mit Freunden bearbeitet. Hierzu geh\u00f6rte u. a. eine Feldsteintreppe &#8211; gebaut von einem Steinmetz aus Elstorf -, in die eine Familienurkunde eingemauert wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis zum Bau einer Wasserleitung holten wir s\u00e4mtliches Wasser in Eimern mit Hilfe eines Hummels zun\u00e4chst von Bauer Peters, sp\u00e4ter von Bauer Reese. Im Zuge der Umbauarbeiten wurde durch Paul Kn\u00fcr eine Leitung vom Teich in die M\u00fchle gelegt, um wenigstens &#8222;Wirtschaftswasser&#8220; zu haben; einen Trinkwasserbrunnen machte ich 1955 meinen Eltern zum Geschenk.<br \/>\nSanit\u00e4re Anlagen existierten nicht, auch sie wurden im Zusammenhang mit dem Umbau von Paul Kn\u00fcr eingerichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Korn wurde in der M\u00fchle nicht mehr gemahlen, da das M\u00fchlenrad bereits sehr renovierungsbed\u00fcrftig war. Lediglich in den Notzeiten w\u00e4hrend des Krieges wurde die M\u00fchle noch ein- bis zweimal in Bewegung gesetzt, doch ging es dem Haus bis an die &#8222;Grundfesten&#8220;, so dass man es dann nicht mehr wiederholte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paul Kn\u00fcr k\u00fcmmerte sich st\u00e4ndig liebevoll darum, dass die immer notwendigen Instandsetzungsarbeiten am und im Hause durchgef\u00fchrt wurden und konnte so die M\u00fchle vor dem drohenden Verfall retten. 1969, nach dem Tod seiner Frau und seines \u00e4ltesten Sohnes Helmuth, war er allein dieser Arbeitsf\u00fclle nicht mehr gewachsen. Schweren Herzens nahm er Abschied von seiner geliebten Wasserm\u00fchle und zog in ein Altersheim nach Hamburg, wo er 1973, kurz vor seinem 85. Geburtstag, starb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fast ein halbes Jahrhundert ist &#8222;die M\u00fchle&#8220; mit dem Schicksal der Familie Kn\u00fcr eng verbunden gewesen, und sie durfte f\u00fcr uns alle, besonders von 1943 bis 1969, noch einmal zu einer wahren Heimat werden, in der Paul Kn\u00fcr seine beruflichen Arbeiten als K\u00e4lteingenieur und sp\u00e4ter als freier beratender Ingenieur und vereidigter Sachverst\u00e4ndiger weiterf\u00fchren konnte. Auch seine Frau Bertha fand in der Wasserm\u00fchle eine geeigente St\u00e4tte f\u00fcr ihre T\u00e4tigkeit als Heilpraktikerin. Unz\u00e4hligen Menschen hat sie helfen und auch bei Tierkrankheiten den b\u00e4uerlichen Familien im Dorf beistehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Freunde aus nah und fern genossen in der M\u00fchle die herzliche, gastfreie Atmosph\u00e4re. Zu ihnen geh\u00f6rte auch Hans Ahrens, der bis zu seinem Tode Anfang 1960 st\u00e4ndiger und gern gesehener Gast in seiner alten Wasserm\u00fchle war. &#8211; Der 80. Geburtstag von Paul Kn\u00fcr im Mai 1968 f\u00fchrte noch einmal alle Berufskollegen, Freunde, Nachbarn und die Familie zu einem wahren M\u00fchlenfest zusammen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viel g\u00e4be es noch zu berichten, doch w\u00fcrde es ein Buch f\u00fcllen. So mag es hier gut sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit herzlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Karl-Heinz Kn\u00fcr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Historische Daten \u00fcber unsere Wasserm\u00fchle Brief aus dem Bildband der Chronik der Ovelg\u00f6nner Wasserm\u00fchle &#8230;. Sie fragen nach der Chronik der Wasserm\u00fchle in Ovelg\u00f6nne in <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"http:\/\/wassermuehle-ovelgoenne.de\/?page_id=209\" title=\"Bericht K.-H. 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